Die häufigste Fehlkalkulation der Selbstständigkeit: Man teilt das Wunschgehalt durch 160 Stunden und wundert sich ein Jahr später. Dieser Rechner macht es richtig – mit fakturierbaren Stunden, Abgaben und Betriebskosten. Und er zeigt dir den kompletten Rechenweg.
Einordnung
Der klassische Anfängerfehler geht so: 2.500 € gewünscht, der Monat hat 160 Arbeitsstunden, also reichen 16 € pro Stunde. Diese Rechnung enthält drei Denkfehler, und jeder einzelne kostet Geld.
Erstens: Du kannst nicht jede Stunde verkaufen. Fahrtzeit, Angebote schreiben, Telefonate, Buchhaltung, Akquise – bei den meisten Dienstleistern sind von acht Arbeitsstunden fünf fakturierbar, an schlechten Tagen drei. Bezahlt wird nur, was auf der Rechnung steht.
Zweitens: Dein Umsatz ist nicht dein Gehalt. Von jedem Euro gehen Krankenversicherung, Pflegeversicherung und Einkommensteuer ab – je nach Gewinn 25 bis 45 Prozent. Dazu kommen die Betriebskosten, die der Angestellte nie sieht: Fahrzeug, Versicherungen, Werkzeug, Software.
Drittens: Das Jahr hat weniger Tage, als du denkst. Urlaub, Krankheit und Feiertage bezahlt dir niemand mehr – die müssen die übrigen Tage miterwirtschaften. Wer mit null Ausfalltagen kalkuliert, kalkuliert seine erste Grippe nicht ein.
Deshalb landen seriöse Stundensätze für Vor-Ort-Dienstleistungen selten unter 40 € – und Handwerksbetriebe liegen 2026 meist zwischen 50 und 95 €. Wer deutlich darunter anbietet, subventioniert seine Kunden aus der eigenen Altersvorsorge. Warum fast jeder Gründer trotzdem zu billig anfängt – und wie du den Preis später wieder hochbekommst – steht im Wissensartikel: Preise: Warum fast jeder Gründer zu billig anfängt.
Hinweis: Dieser Rechner liefert eine Orientierung mit Pauschalwerten, keine Steuer- oder Rechtsberatung. Abgaben hängen vom Einzelfall ab – verbindliche Zahlen liefert dir ein Steuerberater oder deine Krankenkasse. Stand: Juni 2026.