Geschwindigkeit schlägt Perfektion
Die erste Regel hat nichts mit Inhalt zu tun: Schnelligkeit. Wer am selben oder nächsten Tag anbietet, signalisiert genau die Zuverlässigkeit, die der Kunde für die eigentliche Arbeit erhofft. Wer zwei Wochen braucht, hat verloren – meist an den, der schneller war, nicht an den, der billiger war.
Deshalb: Vorlage bauen. Briefkopf, Standardtexte, übliche Positionen – wenn 80 Prozent stehen, ist jedes neue Angebot eine Sache von zwanzig Minuten statt einem aufgeschobenen Abend.
Der Aufbau, der funktioniert
Oben die Eckdaten: dein Betrieb, der Kunde, Datum, eine Angebotsnummer. Dann ein persönlicher Einstiegssatz mit Bezug zur Besichtigung („vielen Dank für das Gespräch am Dienstag – wie besprochen erhalten Sie hier mein Angebot für die Gartenpflege"). Danach die Positionen einzeln und verständlich: Was wird gemacht, in welchem Umfang, zu welchem Preis. Fachchinesisch raus – der Kunde muss verstehen, was er kauft.
Am Ende: Gesamtsumme mit klarer Umsatzsteuer-Angabe, was nicht enthalten ist (Entsorgung? Material? Anfahrt?), Gültigkeitsdauer des Angebots und der nächste Schritt: „Bei Fragen rufen Sie mich einfach an – für die Beauftragung genügt eine kurze Antwort auf diese Mail."
Den Preis richtig zeigen
Festpreis schlägt Stundensatz, wo immer kalkulierbar – Kunden hassen offene Enden mehr als hohe Zahlen. Die Basis jeder Festpreis-Kalkulation bleibt trotzdem dein Stundensatz – den ermittelst du mit dem Stundensatz-Rechner. Wo es Unwägbarkeiten gibt, arbeite mit klar benannten Eventualpositionen („falls sich unter dem Teppich Schäden zeigen: Ausbesserung nach Aufwand, ca. 40 €/h, nur nach Rücksprache").
Bei größeren Aufträgen helfen zwei Varianten: Basis und Komfort. „Variante A: Heckenschnitt, 280 €. Variante B: inkl. Beetpflege und Entsorgung, 390 €." Die Wahl zwischen zwei Ja-Optionen ersetzt die Wahl zwischen Ja und Nein – und erstaunlich viele nehmen B.
Das Angebot lebt nur mit Nachfassen
Ein Angebot ohne Nachfassen ist ein Brief in den Wind. Nach drei bis fünf Tagen: ein freundlicher Anruf oder eine kurze Nachricht. „Wollte nur hören, ob noch Fragen offen sind." Kein Druck, keine Rabattflucht – nur Präsenz. Über die Hälfte der „verschwundenen" Kunden hat schlicht den Alltag dazwischen; das Nachfassen holt sie zurück.
Und führ eine simple Liste: Angebot raus, Datum, nachgefasst, Ergebnis. Nach drei Monaten kennst du deine Quote – und siehst, ob es am Preis liegt, an der Geschwindigkeit oder am fehlenden Anruf.
Was du heute tun solltest
- Eine Angebotsvorlage mit Briefkopf, Standardtexten und üblichen Positionen bauen.
- Ziel: jedes Angebot binnen 24 Stunden nach Besichtigung beim Kunden.
- Festpreise und klar benannte Ausschlüsse statt offener Stundensätze.
- Bei größeren Aufträgen zwei Varianten anbieten – Basis und Komfort.
- Nach drei bis fünf Tagen nachfassen und die Angebotsquote in einer Liste verfolgen.