Mündlich gilt – aber wer beweist es
Ein mündlicher Vertrag ist genauso bindend wie ein schriftlicher. Das Problem ist die Beweislage: Wenn der Kunde später behauptet, ihr hättet 200 € vereinbart statt 350 €, steht Aussage gegen Aussage. Und wer eine Forderung durchsetzen will, muss sie beweisen – das bist im Zweifel du.
Die typischen Streitpunkte sind immer dieselben: der Preis, was genau zur Leistung gehört (war das Entsorgen des Schutts dabei?), der Termin und wer das Material zahlt. Genau diese vier Punkte gehören deshalb schriftlich festgehalten.
Die Drei-Satz-Bestätigung
Nach jedem telefonisch oder mündlich vereinbarten Auftrag schickst du eine kurze Nachricht – Mail oder Messenger, was der Kunde nutzt: „Wie besprochen: Ich komme am Dienstag, den 14., gegen 9 Uhr und übernehme die Heckenpflege im hinteren Garten inklusive Entsorgung. Preis: 280 € inkl. MwSt. Falls etwas nicht stimmt, kurze Rückmeldung – sonst bis Dienstag!"
Das ist keine Bürokratie, das ist Service: Der Kunde sieht schwarz auf weiß, was er bekommt. Widerspricht er nicht, hast du im Streitfall ein starkes Dokument. Und ganz nebenbei wirkt es professioneller als neunzig Prozent der Konkurrenz.
Ab wann mehr Papier sinnvoll ist
Bei größeren oder längeren Aufträgen – Renovierung über Wochen, laufende Betreuung, vierstellige Summen – lohnt eine richtige Auftragsbestätigung mit Positionen: Leistungen einzeln, Preise einzeln, Zahlungsweise, gegebenenfalls Abschlagszahlungen. Vorlage einmal bauen, immer wieder nutzen.
Bei laufenden Verhältnissen (wöchentliche Reinigung, monatliche Gartenpflege) gehört zusätzlich die Kündigungsfrist hinein – sonst diskutierst du irgendwann darüber, ob „ab nächsten Monat nicht mehr" mitten im Monat gilt.
Die Nachtrags-Falle
Der teuerste Klassiker: Während der Arbeit kommt „Ach, können Sie noch eben…" – und am Ende streitet ihr, ob das im Preis drin war. Regel: Jede Erweiterung wird sofort benannt und beziffert. „Mach ich gern – das sind dann zusätzlich etwa 80 €, passt das?" Und danach: kurze Mail hinterher, „wie eben besprochen, zusätzlich…".
Das fühlt sich am Anfang kleinlich an. Es ist das Gegenteil: Es verhindert genau die Situation, in der du nach getaner Arbeit um dein Geld feilschen musst.
Was du heute tun solltest
- Textbaustein für die Drei-Satz-Bestätigung einmal formulieren und im Handy speichern.
- Ab heute: jeden mündlichen Auftrag innerhalb einer Stunde schriftlich bestätigen.
- Für größere Aufträge eine Auftragsbestätigungs-Vorlage mit Positionen anlegen.
- Bei laufenden Aufträgen die Kündigungsfrist schriftlich festhalten.
- Zusatzwünsche während der Arbeit sofort beziffern und per Kurznachricht bestätigen.