Das Grundprinzip in einem Satz
Betriebsausgaben sind alle Aufwendungen, die durch den Betrieb veranlasst sind – so steht es im Gesetz, und so einfach ist es im Kern. Das Werkzeug, mit dem du arbeitest, das Fahrzeug, mit dem du zum Kunden fährst, die Versicherung, die deinen Betrieb absichert: alles Betriebsausgaben.
Die Veranlassung ist der Maßstab, nicht die Notwendigkeit. Das Finanzamt fragt nicht, ob du die Ausgabe wirklich gebraucht hättest – es fragt, ob sie betrieblich war. Ein teureres Werkzeug als nötig ist trotzdem voll absetzbar. Ein privates Abendessen ist es nie, egal wie sehr du dabei über die Firma nachgedacht hast.
Die Klassiker, die jeder hat
Bei einer Vor-Ort-Dienstleistung kommen regelmäßig zusammen: Werkzeug und Material, Fahrzeugkosten (anteilig oder per Kilometerpauschale), Berufshaftpflicht und weitere betriebliche Versicherungen, Telefon und Internet (beim gemischt genutzten Handy üblich: 50 Prozent betrieblicher Anteil, sauberer ist ein Einzelnachweis über drei Monate), Buchhaltungssoftware, Kontoführungsgebühren des Geschäftskontos, Arbeitskleidung – und Fortbildungen samt Fahrtkosten.
Dazu die gern vergessenen: Bewerbungsanzeigen und Aushänge, Visitenkarten, der Eintrag im Branchenverzeichnis, Fachliteratur, Porto, Parkgebühren beim Kundentermin. Einzeln Kleinkram, übers Jahr ein paar hundert Euro Gewinnminderung.
Die Grenzfälle, an denen es Streit gibt
Arbeitskleidung: absetzbar ist typische Berufskleidung – der Blaumann, Sicherheitsschuhe, das bestickte Poloshirt mit Firmenlogo. Nicht absetzbar: normale Kleidung, auch wenn du sie nur bei der Arbeit trägst. Die Jeans bleibt privat.
Das Handy: gemischt genutzt heißt anteilig absetzbar. Das Arbeitszimmer: eigene, strenge Regeln – seit der Reform ist für die meisten die Homeoffice-Tagespauschale der praktikablere Weg. Geschenke an Kunden: bis 50 € pro Person und Jahr absetzbar, mit Empfängerliste. Bewirtung: 70 Prozent absetzbar, aber nur mit ordentlich ausgefülltem Bewirtungsbeleg.
Ohne Beleg keine Ausgabe
Die brutale Regel der Betriebsprüfung: Was du nicht belegen kannst, existiert nicht. Eine Ausgabe ohne Beleg streicht das Finanzamt im Zweifel komplett – samt der Vorsteuer, die du daraus gezogen hast.
Deshalb ist die Belegablage keine Fleißaufgabe, sondern Geldverwaltung. Ein Foto mit dem Handy direkt an der Kasse, ab in den Buchhaltungsordner oder die App – fertig. Wer das zur Gewohnheit macht, hat im Steuerjahr keinen einzigen verlorenen Beleg. Eigenbelege (selbst geschriebene Quittungen) sind die absolute Ausnahme für Kleinbeträge, kein System.
Was du heute tun solltest
- Eine Liste aller laufenden Kosten aufstellen und jede einzeln fragen: betrieblich veranlasst?
- Handy-Nutzung drei Monate dokumentieren und den betrieblichen Anteil festlegen.
- Beleg-Routine einführen: jeder Beleg wird am selben Tag fotografiert oder abgelegt.
- Die Grenzfälle (Kleidung, Geschenke, Bewirtung) einmal sauber klären statt jedes Mal raten.
- Vergessene Kleinposten der letzten Monate nachtragen – Parkgebühren, Porto, Fachbuch.