Was das Profil ist

Das Google Unternehmensprofil (früher: Google My Business) ist ein kostenloser Eintrag in der Google-Suche und in Google Maps. Wer nach einer lokalen Dienstleistung sucht, sieht zuerst eine Karte mit den drei nächstgelegenen Anbietern – das sogenannte Local Pack. Erst darunter beginnen die normalen Suchergebnisse.

Der Eintrag zeigt: Name, Adresse oder Service-Gebiet, Telefon, Website, Öffnungszeiten, Bewertungen, Fotos, eine kurze Beschreibung und optional Beiträge.

Eine eigene Website auf Platz 7 der Suchergebnisse zu haben ist ungefähr so sichtbar wie kein Eintrag. Das Local Pack steht ganz oben und nimmt einen Großteil der Aufmerksamkeit für sich.

Warum es entscheidend ist

Drei Zahlen zur Einordnung:

Damit ist das Profil für lokal arbeitende Selbstständige der wichtigste Online-Auftritt überhaupt. Es schlägt eine eigene Website oft um Längen, weil es genau dort erscheint, wo der Kunde aktiv sucht – und nicht erst gefunden werden muss.

Realität: Wer als Hausmeister, Reinigungsservice, Coach oder Trainer keinen Eintrag hat, verschenkt täglich Anfragen an die Konkurrenz. Drei Klicks und der Kunde hat angerufen – ohne deine Website jemals zu sehen.

Wer ein Profil haben sollte

Klar Ja – Profil ist für diese Berufe der Hauptkanal:

Differenziert – Profil hilft, ist aber nicht der einzige Weg:

Klar Nein – Profil bringt wenig:

Setup in unter 30 Minuten

Sechs Schritte, die du an einem Vormittag erledigt hast:

1. Konto. Auf google.com/business mit deinem Google-Konto anmelden, dann „Profil hinzufügen“.

2. Name. Genau so eintragen, wie du auf Rechnungen, Visitenkarten und Website auftauchst. Keine Werbeslogans im Namen – das verstößt gegen die Richtlinien und kann zur Sperrung führen.

3. Kategorie. Die wichtigste Auswahl. Wähle die spezifischste passende Hauptkategorie (z. B. „Hausmeisterservice“, nicht „Dienstleistungsunternehmen“). Bis zu neun weitere Kategorien als Ergänzung sind möglich.

4. Standort oder Service-Gebiet. Bei Geschäften mit Laufkundschaft die echte Geschäftsadresse. Bei mobilen Berufen ohne Kundenverkehr nur ein Service-Gebiet (PLZ-Bereich oder Städte). Niemals eine fremde Adresse eintragen.

5. Telefon und Website. Die Nummer, an der du wirklich rangehst. Die Website auch dann eintragen, wenn sie noch nicht perfekt ist – eine eigene Domain ist immer besser als nichts.

6. Verifizierung. Google schickt eine Postkarte mit PIN an deine Adresse (5–14 Tage) oder verifiziert per Telefon, Video oder E-Mail. Erst nach Verifizierung wird der Eintrag öffentlich sichtbar.

Was du danach pflegst

Drei Dinge, die monatlich passieren sollten – sonst rankt das Profil schlechter:

Fotos. Beim Setup 5–10 ordentliche Fotos hochladen. Alle vier Wochen ein bis zwei weitere ergänzen, idealerweise von echten Aufträgen (mit Erlaubnis des Kunden). Profile mit aktuellen Fotos werden bevorzugt angezeigt.

Bewertungen. Aktiv um Bewertungen bitten – nach jedem abgeschlossenen Auftrag. Google stellt einen Kurz-Link bereit, den du dem Kunden per WhatsApp oder E-Mail schickst. Alle Bewertungen beantworten, auch die positiven – das signalisiert Aktivität und wirkt auf zukünftige Leser.

Beiträge. Optional, aber wirkungsvoll: kurze Posts über Aktionen, Saisonangebote, neue Leistungen. Wer alle 2–3 Wochen einen Beitrag postet, bleibt sichtbarer als ein statischer Eintrag.

Negative Bewertungen sachlich beantworten. Niemals löschen lassen wollen oder rechtfertigen – stattdessen kurz, professionell, lösungsorientiert. Künftige Leser sehen vor allem deine Antwort, nicht nur die Beschwerde.

Häufige Fehler

Fünf Stolperfallen, die ich regelmäßig sehe:

  1. Fake-Adresse. Wer ohne Geschäftsraum eine fremde Adresse einträgt (z. B. die Wohnung der Mutter), riskiert Sperrung. Lieber ein Service-Gebiet einrichten.
  2. Zu viele Kategorien. Wer „Klempner“, „Maler“ und „Elektriker“ gleichzeitig wählt, verwässert das Profil. Lieber ein bis zwei klare Schwerpunkte als neun lose Begriffe.
  3. Inaktiv. Profil einrichten und ein Jahr lang nichts machen. Google rankt aktive Profile höher – und Kunden klicken eher auf Profile, die zeigen, dass jemand sich kümmert.
  4. Keine Bewertungen sammeln. Der häufigste Fehler. Ohne Bewertungen rankt das Profil kaum. Fünf Bewertungen sind die Pflicht-Schwelle, ab 20 wirkst du deutlich vertrauenswürdiger.
  5. Falsche oder unbesetzte Telefonnummer. Eine Nummer, die niemand annimmt, killt den Effekt sofort. Wer drei Mal anruft und nichts hört, geht zum nächsten Eintrag.

Was du heute tun solltest

  1. Falls du noch kein Profil hast: heute anlegen. Setup-Aufwand: 30 Minuten plus Wartezeit für die Verifizierung.
  2. Falls du schon eines hast: anmelden und prüfen – Kategorien aktuell, Telefon und Öffnungszeiten korrekt, mindestens 5 Fotos. Falls nicht: 30 Minuten investieren und auf Stand bringen.
  3. Ab morgen: nach jedem abgeschlossenen Auftrag den Bewertungs-Link an den Kunden schicken.

Eine Bewertung pro Woche bringt dich in zwölf Monaten auf 50 Stück. Ab dieser Schwelle drückt das Profil im Local Pack richtig – und die Anfragen kommen, ohne dass du noch einen Cent in Akquise stecken musst.