Kaum ein Thema verunsichert derzeit so wie künstliche Intelligenz – englisch artificial intelligence, kurz AI oder KI. Die Schlagzeilen schwanken zwischen Weltuntergang und Beschwichtigung. Eine Zahl gibt zumindest die Größenordnung vor: Der Internationale Währungsfonds schätzte Anfang 2024, dass weltweit rund 40 Prozent aller Arbeitsplätze von künstlicher Intelligenz berührt werden – in Industrieländern wie Deutschland sogar etwa 60 Prozent. Klingt dramatisch. Aber dieselbe Analyse sagt auch: Bei etwa der Hälfte dieser Jobs ergänzt die Technik den Menschen, statt ihn zu verdrängen. Die ehrliche Antwort hängt also nicht von „den Jobs" ab, sondern von deinem. Hier sind drei Fragen, mit denen du das nüchtern einschätzt.

Frage 1: Wie viel an deiner Arbeit ist Routine am Bildschirm?

Hier liegt das größte Risiko. Eine vielzitierte Goldman-Sachs-Studie der Ökonomen Joseph Briggs und Devesh Kodnani kam 2023 zu dem Ergebnis, dass im Büro- und Verwaltungsbereich rund 46 Prozent der Aufgaben automatisierbar sind, im juristischen Bereich 44 Prozent. Je größer der Anteil solcher regelbasierten Bildschirm-Tätigkeiten an deinem Tag, desto höher dein Risiko. Wer dagegen körperlich oder vor Ort arbeitet, ist laut derselben Studie kaum betroffen – bei einfachen Reinigungs- und Instandhaltungstätigkeiten lag der automatisierbare Anteil bei etwa einem Prozent.

Frage 2: Wie viel an deiner Arbeit ist Mensch?

Vertrauen, Verhandeln, Trösten, Überzeugen, körperliche Anwesenheit, Verantwortung übernehmen – das leistet keine Software. Schon die berühmte Oxford-Studie von Carl Benedikt Frey und Michael Osborne (2013) zeigte: Ärzte und Therapeuten gehörten zu den am wenigsten gefährdeten Berufen, Telefonverkäufer dagegen zu den am stärksten bedrohten. Je mehr deine Arbeit aus echter menschlicher Interaktion besteht, desto sicherer stehst du.

Frage 3: Verschwindet dein Job – oder nur dein Werkzeug?

Oft fällt nicht der ganze Beruf weg, sondern eine Aufgabe darin. Eine viel beachtete Untersuchung von Erik Brynjolfsson (Stanford) und Kollegen an einem Callcenter mit über 5.000 Mitarbeitern fand 2023, dass KI-Unterstützung die Produktivität um 14 Prozent steigerte – und zwar am stärksten bei den unerfahrenen Kräften. Das Ergebnis: Die Beschäftigten wurden besser, nicht überflüssig. Gefährlich wird es erst, wenn dein Job fast nur aus genau der Aufgabe besteht, die das Werkzeug übernimmt.

Was du mit dem Ergebnis machst

Fällt dein Selbsttest beunruhigend aus, ist das kein Grund zur Panik, sondern zum Handeln – solange noch Zeit ist. Der sicherste Gegenentwurf ist eine Tätigkeit, die auf dem beruht, was Maschinen nicht können: Hände, Nähe, Vertrauen, Präsenz vor Ort. Genau dort setzt die NEUSTART-Serie an – mit konkreten Berufen, die du ohne Studium und ohne Ausbildung starten kannst.

Quellen

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