Die richtige Reihenfolge
Bevor du über eine Website nachdenkst, gehören zwei Dinge erledigt: das Google-Unternehmensprofil (kostenlos, erscheint bei lokalen Suchen samt Karte, Bewertungen und Telefonnummer) und ein gepflegter Auftritt auf den Plattformen deiner Branche – Kleinanzeigen, Vermittlungsportale, Branchenverzeichnisse. Für „Fensterputzer + Stadtname" entscheidet die Karte, nicht deine Homepage.
Die unbequeme Wahrheit: Ein lokaler Dienstleister mit perfektem Google-Profil, 30 echten Bewertungen und schneller Telefonannahme gewinnt gegen jeden Konkurrenten mit schicker Website und leerem Profil.
Wann eine Website wirklich nötig ist
Eine eigene Seite lohnt, wenn mindestens eines zutrifft: Deine Leistung ist erklärungsbedürftig oder hochpreisig (Kunden recherchieren vor der Beauftragung – Makler, Fotograf, Social-Media-Service); du willst Anfragen außerhalb der Plattformen sammeln, ohne deren Regeln und Provisionen; oder du brauchst einen Ort für Referenzen, der dir gehört – Plattformprofile können morgen gesperrt sein, deine Domain nicht.
Auch das Vertrauensargument zählt bei Arbeiten im Privatbereich: Wer jemanden in seine Wohnung lässt, googelt vorher den Namen. Eine schlichte Seite mit Gesicht, Leistungen und Impressum beantwortet diese Suche.
Was reicht – und was Geldverschwendung ist
Wenn Website, dann der Einseiter: Wer du bist (mit Foto), was du anbietest (mit Preisrahmen), Einzugsgebiet, drei bis fünf Referenzfotos oder Kundenstimmen, Kontakt prominent, Impressum und Datenschutz. Das ist mit einem Baukasten an einem Wochenende gebaut und kostet einstellig pro Monat plus Domain.
Geldverschwendung am Anfang: die 3.000-€-Agentur-Seite, der Blog, „den man dann regelmäßig befüllt" (macht niemand), Online-Buchungssysteme für ein Geschäft, das von Besichtigungsterminen lebt. Aufrüsten kannst du immer – wenn die Nachfrage es rechtfertigt.
Die Website ist ein Werkzeug, kein Denkmal
Eine veraltete Website schadet mehr als keine: alte Preise, tote Telefonnummer, „Aktuelles" von vor zwei Jahren – das signalisiert geschlossen. Wer keine Lust auf Pflege hat, baut bewusst pflegefrei: keine Preise, die sich ändern, kein Aktuelles-Bereich, nur Zeitloses.
Und miss den Erfolg am einzigen Kriterium, das zählt: Kommen Anfragen darüber? Frag Anrufer, wo sie dich gefunden haben. Wenn nach einem Jahr alles über Google-Profil und Empfehlung kommt, weißt du, wo deine Zeit hingehört.
Was du heute tun solltest
- Zuerst das Google-Unternehmensprofil vollständig einrichten und Bewertungen sammeln.
- Ehrlich prüfen: erklärungsbedürftige Leistung, Plattform-Unabhängigkeit, Vertrauensbedarf?
- Wenn ja: Einseiter im Baukasten bauen – Gesicht, Leistung, Preisrahmen, Kontakt, Impressum.
- Alles Pflegebedürftige weglassen, was du nicht pflegen wirst.
- Anrufer nach der Quelle fragen und nach sechs Monaten Bilanz ziehen.