Warum die Trennung Pflicht ist

Vier Gründe, warum private und geschäftliche Umsätze nicht auf demselben Konto landen sollten:

Rechtslage: Pflicht oder nicht?

Streng gesetzlich gibt es keine generelle Pflicht zum Geschäftskonto für Einzelunternehmer und Freiberufler. Wer nur einmal im Monat eine Rechnung schreibt, kann das technisch auf einem Privatkonto abwickeln.

Was sich aber ändert:

Faustregel: de jure meist nicht Pflicht, de facto schon ab dem zweiten Auftrag pro Monat unausweichlich, will man sich nicht selbst behindern.

Drei Konto-Optionen

Option 1: Klassische Filialbank. Sparkasse, Volksbank, Commerzbank. Vorteil: persönlicher Ansprechpartner, Filiale um die Ecke, große Akzeptanz. Nachteil: Kosten meist 8–25 Euro pro Monat, plus Gebühren für Bareinzahlung. Sinnvoll, wenn du regelmäßig Bargeld einzahlst (Handwerk, Friseur, Gastronomie).

Option 2: Online-Direktbank. DKB, ING, comdirect. Eigene Geschäftskonten bei vergleichsweise günstigen Konditionen, oft 0–9 Euro im Monat. Keine Filiale, aber tadellose App und vollständige Funktion. Sinnvoll für die meisten Solo-Selbstständigen mit überwiegend Überweisungs-Verkehr.

Option 3: Fintech-Konto. Holvi, Kontist, Qonto, N26 Business. Geschäftskonto plus integrierte Buchhaltung in einer App. Sinnvoll für Solo-Selbstständige, die noch keine Buchhaltungssoftware haben – beide Themen in einem Schritt erledigt. Kosten: 9–25 Euro im Monat.

Realität: Wer schon lexoffice oder sevDesk nutzt, braucht kein Fintech-Konto mit eingebauter Buchhaltung. Die DKB für 0 Euro tut es vollständig, und die Buchhaltungssoftware verbindet sich problemlos mit jedem deutschen Bankkonto via FinTS.

Welches Konto wann

Drei Fragen führen in unter 60 Sekunden zur Antwort:

  1. Bringst du regelmäßig Bargeld ein? Ja → Filialbank (Sparkasse, Volksbank). Nein → Schritt 2.
  2. Hast du schon Buchhaltungssoftware? Ja → Online-Direktbank (DKB, ING). Nein → Schritt 3.
  3. Willst du Konto und Buchhaltung in einer App? Ja → Fintech-Konto (Kontist, Holvi). Nein → Online-Direktbank.

Für die weitaus meisten Solo-Selbstständigen ist die Antwort: DKB Business Geschäftskonto. Aktuell 0–9 Euro im Monat (je nach Modell und Zahlungseingangs-Volumen), vollwertig, einfach.

Setup in 30 Minuten

  1. Konto eröffnen. Online-Antrag bei der Wunsch-Bank. Personalausweis und Steuernummer bereithalten. Video-Ident dauert 10–15 Minuten.
  2. Wartezeit: 3–10 Tage bis Karte und PIN da sind.
  3. Existierende Daueraufträge umziehen. Wer Telefon, Internet, Software per Lastschrift abbucht: Adressen-Update an alle Anbieter (oder einmalig Kontowechsel-Service der neuen Bank nutzen, viele bieten das kostenlos an).
  4. Rechnungen mit neuer Bankverbindung schicken. Ab sofort neue IBAN auf jede Rechnung.
  5. Privatkonto leeren. Nach 4–6 Wochen kommen alle Eingänge aufs neue Konto. Dann das Privatkonto NICHT kündigen – einfach nur die geschäftliche Nutzung beenden.

Was du heute tun solltest

  1. Prüfen: ist dein aktuelles Konto ein Privatkonto, auf dem du geschäftlich Umsätze hast? Wenn ja: Banktermin oder Online-Antrag heute starten.
  2. Eine der drei Optionen oben wählen – die meisten kommen mit der DKB hervorragend zurecht.
  3. Den Tag im Kalender markieren, an dem die Karte ankommt. Ab dem Tag konsequent neue IBAN auf Rechnungen.

Eine Geschäftskonto-Trennung ist eine 30-Minuten-Investition, die dich für den Rest deiner Selbstständigkeit von einem ewigen Sortier-Aufwand befreit. Wer die Trennung früh macht, hat im April nicht 3 Stunden Beleg-Suche, sondern 20 Minuten Kontocheck.