Handys reparieren viele im Bekanntenkreis. Daraus ein Gewerbe zu machen, ist erlaubt – aber bei der Meisterfrage wird es heikel, und ich sage dir gleich offen: Das ist eine Grauzone, in der dir niemand seriös ein pauschales „geht problemlos" verspricht. Sortieren wir es ehrlich.

Klar ist: Es ist ein Gewerbe

Ein Handy-Reparaturbetrieb ist eine gewerbliche Tätigkeit. Du meldest also ein Gewerbe beim Gewerbeamt an – das ist unstrittig und schnell erledigt. Eine spezielle Ausbildung schreibt dir dafür niemand vor; was zählt, ist, dass du die Geräte beherrschst.

Die Grauzone: Meisterpflicht ja oder nein?

Hier wird es ernst. Die Reparatur von Elektrogeräten wird rechtlich dem Elektro- beziehungsweise Informationstechniker-Handwerk zugeordnet – und das ist zulassungspflichtig, also grundsätzlich meisterpflichtig. Genau deshalb bekommen Gründer regelmäßig Post von der Handwerkskammer. Die Praxis ist differenzierter: Einfacher Teiletausch – Display, Akku, Steck- und Schraubverbindungen – wird vielfach als nicht meisterpflichtige Tätigkeit geführt, und unzählige kleine Shops arbeiten genau so. Sobald du aber tiefer eingreifst, etwa Lötarbeiten an Platinen, rückt das volle Handwerk und damit die Meisterpflicht näher. Entscheidend ist nicht die Bezeichnung, sondern der tatsächliche Umfang deiner Arbeit – und im Zweifel entscheidet die Handwerkskammer.

Mein Rat für den Start

Kläre die Einordnung vor dem Start mit deiner Handwerkskammer, und beschreibe deine Tätigkeit in der Anmeldung präzise (also „Austausch von Verschleißteilen an Mobilgeräten" statt pauschal „Reparatur von Elektrogeräten"). Gibt es eine Meisterpflicht für dein Vorhaben, führen auch Wege über Techniker-Qualifikation, Altgesellenregelung oder Ausnahmebewilligung dahin. Wie du das sauber aufstellst, ohne in die Falle zu tappen, zeigt der Quick Guide „Selbstständig im Handyservice" Schritt für Schritt.

Quellen

Welche Berufe sich ohne Ausbildung selbstständig ausüben lassen, zeigt die komplette Übersicht – 24 auf einen Blick.

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