Wer in der deutschen Industrie arbeitet, hört seit Monaten dasselbe: Werksschließung hier, Stellenabbau dort. Die Frage, ob der eigene Arbeitsplatz noch sicher ist, ist nicht paranoid – sie ist berechtigt. Schauen wir nüchtern auf die Zahlen, ohne Panik und ohne Beschwichtigung.

Das Ausmaß

Nach der Analyse von Ernst & Young sank die Zahl der Industriebeschäftigten 2025 um 124.100 – ein Minus von 2,3 Prozent. Seit dem Vor-Corona-Jahr 2019 sind 341.500 Industriejobs verschwunden, rund jeder siebzehnte. Das Statistische Bundesamt zählt im gesamten Produzierenden Gewerbe (ohne Bau) für 2025 etwa 143.000 Stellen weniger. Am härtesten trifft es die Autoindustrie: dort ist in sechs Jahren jeder siebte Arbeitsplatz weggefallen.

Warum das kein normales Tief ist

Entscheidend ist die Ursache. Das hier ist keine Delle, die sich auswächst, sondern struktureller Wandel: hohe Energiekosten seit 2022, scharfe Konkurrenz aus China, ein Hochlauf der Elektromobilität, der länger dauert als gedacht. Wenn Konzerne Produktion und Entwicklung ins Ausland verlagern, kommen diese Stellen nicht zurück, wenn die Konjunktur dreht. Darauf zu warten, dass „alles wieder wird wie früher", ist die riskanteste Strategie von allen.

Was das für dich heißt

Es betrifft nicht nur die direkt Beschäftigten. Das IAB schätzt, dass an jedem Industriearbeitsplatz rund zweieinhalb weitere hängen – Zulieferer, Handwerk, der Dienstleister um die Ecke. Ganze Regionen verlieren ihre wirtschaftliche Basis. Heißt für dich: Auch wenn dein Job heute noch da ist, lohnt es sich, einen Plan B zu haben, bevor du ihn brauchst. Einer dieser Plan-B-Wege ist, sich auf eigene Beine zu stellen – ohne Studium, ohne neue Ausbildung. Welche Tätigkeiten das realistisch hergeben, zeigt die NEUSTART-Serie. Lieber den Plan in der Schublade haben und nicht brauchen, als umgekehrt.

Quellen

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