Die berechtigte Skepsis zuerst: Geräte werden verklebt und schwerer reparierbar, Neugeräte sind oft billig zu haben, und die Hersteller verdienen am Neukauf, nicht an der Reparatur. Warum sollte das ein Geschäft mit Zukunft sein? Weil sich der Wind gerade dreht.

Rückenwind durch das Recht auf Reparatur

Das neue EU-Recht auf Reparatur (Richtlinie 2024/1799), das bis Sommer 2026 in deutsches Recht kommt, ist für freie Werkstätten ein echter Hebel: Hersteller müssen Ersatzteile zu fairen Preisen bereitstellen – bei Smartphones über mindestens sieben Jahre –, reparaturhindernde Software-Sperren werden verboten, und eine staatliche Plattform führt Kunden zu Reparaturbetrieben. Genau die Hürden, die das Geschäft bisher bremsten, fallen Stück für Stück.

Ein Beruf, den keine KI übernimmt

Während künstliche Intelligenz Büroarbeit am Bildschirm umkrempelt, bleibt das Aufschrauben eines Geräts Handarbeit. Goldman Sachs ordnet vor allem Routine am Schreibtisch als automatisierbar ein – Schraubendreher und Lötkolben gehören nicht dazu. KI hilft dir höchstens bei der Fehlersuche; ersetzen kann sie dich nicht.

Die nüchterne Bilanz

Die Risiken sind real, aber das Umfeld verbessert sich. Wegwerfen wird teurer und unbeliebter, Reparieren rechtlich leichter, und die Nachfrage – siehe die überrannten Reparaturboni – ist da. Wer sauber arbeitet, transparent abrechnet und sich eine Nische sucht, hat gute Karten. Wie du dich genau dort aufstellst, zeigt der Quick Guide „Selbstständig im Handyservice".

Quellen

Welche Tätigkeiten ohne Abschluss funktionieren, zeigt der Ratgeber zur Selbstständigkeit ohne Ausbildung.

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