Der Einkaufsservice ist einer der offensten Wege in die Selbstständigkeit überhaupt: Es braucht weder eine Ausbildung noch eine besondere Erlaubnis. Der Begriff selbst ist nicht geschützt, und es ist ein freies Gewerbe – du meldest es an, und das war der formale Teil.
Was du wirklich brauchst
Statt eines Zeugnisses zählen hier Zuverlässigkeit, Organisation und ein freundliches Auftreten. Du besorgst für Menschen Dinge des täglichen Bedarfs – Lebensmittel, Drogerieartikel, Apothekensachen im Auftrag, manchmal Spezielles. Dass die Bestellung stimmt, pünktlich kommt und die Ware in Ordnung ist, ist wichtiger als jede Qualifikation. Ein Führerschein und ein Fahrzeug gehören dazu, weil du die Einkäufe transportierst.
Der Markt spielt dir zu
Die Zielgruppe wächst: Senioren, die selbstbestimmt zu Hause leben wollen, Berufstätige ohne Zeit, Familien. Was vor Jahrzehnten selbstverständlich war – der persönliche Einkaufsdienst – erlebt eine Renaissance, und die Goldgräberstimmung der App-Sofortlieferdienste hat sich gelegt. Für einen persönlichen, verlässlichen Service ist also Platz.
Worauf es ankommt
Für den Einstieg brauchst du keine Ausbildung, sondern eine klare Positionierung. „Einkaufsservice“ allein ist zu unscharf – wer sich auf eine Zielgruppe oder Nische festlegt, hebt sich von der Konkurrenz ab. Dazu gleich mehr; die Rechtsfragen rund um Medikamente und Lebensmittel sind der zweite Punkt, den man kennen sollte.
Wie der Weg von der Anmeldung bis zum ersten zahlenden Kunden konkret aussieht, steht im Quick Guide „Selbstständig im Einkaufsservice".
Quellen
- Entlastungsbetrag von 131 Euro monatlich für anerkannte Angebote zur Unterstützung im Alltag ab Pflegegrad 1 (§ 45b SGB XI). gesetze-im-internet.de
- Arzneimittel dürfen nur über Apotheken abgegeben werden (§ 43 AMG); ein Einkaufsdienst darf sie im Auftrag des Kunden lediglich abholen und liefern. gesetze-im-internet.de
Wer sich ohne Ausbildung selbstständig machen will, findet in der Übersicht 24 Berufe mit Zahlen und Anforderungen.