Die Startkosten als Umzugshelfer hängen an einer einzigen Entscheidung: mit oder ohne eigenes Fahrzeug. Wer nur seine Arbeitskraft verkauft, kommt mit dem Kleingeld aus der Portokasse ins Geschäft. Wer auf Transport setzt, spielt in einer anderen Kostenklasse – hat dafür aber auch mehr Umsatz pro Auftrag.
Die Grundausstattung
Für das reine Muskelkraft-Modell brauchst du erstaunlich wenig. Die Gewerbeanmeldung kostet 20 bis 60 Euro. Eine ordentliche Betriebshaftpflicht liegt bei etwa 150 bis 300 Euro im Jahr – dazu gleich mehr, denn hier lohnt sich der genaue Blick. An Werkzeug reichen Spanngurte, ein Paar Tragegurte, eine stabile Sackkarre und ein Satz Umzugsdecken, zusammen vielleicht 150 bis 250 Euro. Damit bist du für rund 300 bis 500 Euro startklar.
Der Posten, an dem man nicht sparen darf
Die Betriebshaftpflicht ist bei diesem Job kein Pflichtkästchen, sondern existenziell – und du musst auf die richtige Deckung achten. Eine Standard-Police deckt oft keine Schäden an genau den Gütern, die du bewegst. Du brauchst ausdrücklich den Einschluss von Obhuts- und Bewegungsschäden, also Schäden an fremdem Eigentum, das du gerade in Händen hältst. Der zerkratzte Parkettboden, das Sofa mit dem Riss, der Fernseher, der doch gefallen ist: Ohne diesen Einschluss zahlst du das aus eigener Tasche. Das ist der Unterschied zwischen einer Police, die schützt, und einer, die nur so aussieht.
Die Weggabelung Transporter
Willst du komplett mit Transport auftreten, kommen Fahrzeugkosten dazu. Am Anfang mietest du pro Auftrag – ein 3,5-Tonner kostet je nach Anbieter und Tag grob 60 bis 120 Euro, plus Sprit. Das rechnest du einfach auf den Kundenpreis drauf, bindet kein Kapital und lässt dich das Geschäft testen, bevor du über einen eigenen Transporter nachdenkst. Ein eigenes Fahrzeug lohnt erst, wenn du regelmäßig genug Aufträge hast, dass die Miete teurer wird als Anschaffung und Unterhalt.
Unterm Strich ist der Einstieg finanziell harmlos: Mit reiner Muskelkraft riskierst du kaum etwas außer deiner Zeit, und selbst mit gemietetem Transporter bleibt das Modell schlank. Das niedrige Kapitalrisiko ist – wie bei fast allen Dienstleistungen ohne Ausbildung – das eigentliche Argument.
Dieser Beruf ist einer von 24. Die Übersicht zeigt, welche Berufe ohne Ausbildung möglich sind.
Eine durchgerechnete Startkalkulation mit realen Zahlen findest du im Quick Guide „Selbstständig als Umzugshelfer".