Der Einstieg in die Tierbetreuung ist unkompliziert, wenn man die Reihenfolge kennt. Wer sie durcheinanderbringt und einfach loslegt, riskiert Ärger mit dem Veterinäramt – das lässt sich mit einem Anruf vermeiden. Wer die Schritte der Reihe nach abarbeitet, hat in wenigen Tagen den ersten zahlenden Kunden.
Erstens: die Erlaubnisfrage klären
Bevor du irgendetwas anderes tust, ruf beim zuständigen Veterinäramt an und schildere, was du vorhast: nur Gassi gehen und Besuche, oder auch Tiere bei dir übernehmen? Danach richtet sich, ob du eine Erlaubnis nach §11 Tierschutzgesetz brauchst. Das ist regional unterschiedlich, und nur das Amt gibt dir die verbindliche Auskunft. Diese eine Frage entscheidet, wie aufwendig dein Start wird – und sie kostet dich nur ein Telefonat.
Zweitens: anmelden und absichern
Tierbetreuung ist ein Gewerbe. Du meldest ein Kleingewerbe beim Gewerbeamt an – meist 20 bis 60 Euro, in einer halben Stunde erledigt –, dazu kommt der Fragebogen vom Finanzamt; unter den Umsatzgrenzen nutzt du die Kleinunternehmerregelung. Unverzichtbar ist eine leistungsstarke Betriebshaftpflicht, die den Umgang mit fremden Tieren abdeckt. Ein Hund, der sich losreißt und einen Verkehrsunfall verursacht, ist kein theoretisches Risiko, sondern ein realer Schadensfall, den du sonst allein trägst – und der schnell die Größenordnung eines Jahresumsatzes erreicht.
Drittens: die ersten Kunden
Die besten Startquellen sind nah: die eigene Nachbarschaft, Tierärzte, Tierhandlungen, Hundeschulen und das Schwarze Brett im Viertel. Wer ein Tier hat und in den Urlaub fährt oder lange arbeitet, sucht jemanden, dem er vertraut – und Vertrauen entsteht über Empfehlungen und über das persönliche Kennenlernen. Ein kostenloses Erstgespräch, bei dem Tier und Halter dich in Ruhe beschnuppern können, bringt mehr als jede Anzeige.
Dazu der digitale Weg: ein Eintrag bei Google mit Ort und Stichwort, dazu ein Profil auf einer der Tierbetreuungs-Plattformen, auf denen Halter gezielt nach Betreuern in ihrer Nähe suchen. Das bringt Anfragen, ohne dass du für Werbung zahlst.
Was du dir sparen kannst
Kein teures Auto, keine aufwändige Website, keine Ausrüstung auf Vorrat, bevor der erste Auftrag steht. Ein paar Leinen, Transportboxen und ein zuverlässiges Fahrzeug reichen. Mehr braucht der Anfang nicht – der Rest wächst aus den ersten zufriedenen Kunden, denn in diesem Geschäft spricht sich Verlässlichkeit schnell herum.
Die vollständige Reihenfolge – Anmeldung, Ausstattung, erste Aufträge – habe ich im Quick Guide „Selbstständig in der Tierbetreuung" aufgeschrieben.
Quellen
- Die gewerbsmäßige Betreuung fremder Tiere ist erlaubnispflichtig (§ 11 TierSchG); zuständig ist das Veterinäramt. gesetze-im-internet.de
- Anzeige des Gewerbes nach § 14 GewO vor Aufnahme der Tätigkeit. gesetze-im-internet.de
Du überlegst noch, was zu dir passt? Die Übersicht aller Berufe, in denen man sich ohne Ausbildung und ohne Studium selbstständig machen kann, hilft beim Vergleichen.