Grundlagen Stand: August 2026 · 4 Min. Lesezeit

Was die Tierbetreuung wirklich verdient
Gassigang, Urlaubsbetreuung, Tagesstätte – drei Rechnungen

Der Gassigang trägt den Anfang. Verdient wird woanders.

Die Tierbetreuung hat drei Ertragsformen mit sehr unterschiedlicher Rechnung. Wer nur die erste kennt, hält den Beruf für einen Nebenverdienst.

Der Gassigang

15 bis 25 Euro für 45 bis 60 Minuten. Klingt gut und ist es nicht: Dazu kommen Hin- und Rückfahrt, meist 20 bis 40 Minuten.

Effektiv bleiben 12 bis 18 Euro je aufgewendeter Stunde. Damit lässt sich der Anfang machen und Vertrauen aufbauen – leben lässt sich davon nicht.

Der Hebel: mehrere Hunde gleichzeitig. Drei Hunde aus derselben Nachbarschaft in einer Runde bringen 45 bis 75 Euro für dieselbe Stunde. Das verlangt Erfahrung und passende Tiere, verdreifacht aber den Ertrag.

Die Urlaubsbetreuung

Hier wird es interessant. Betreuung im eigenen Haushalt: 25 bis 45 Euro je Tier und Übernachtung, mit Rabatt ab dem zweiten Tier derselben Familie.

Bei vier Tieren über zwei Wochen sind das 1.400 bis 2.500 Euro – für einen Zeitraum, in dem man ohnehin zu Hause ist.

Katzenbetreuung beim Kunden: 12 bis 20 Euro je Besuch, meist ein bis zwei Besuche täglich. Bei fünf Katzenhaushalten in der Ferienzeit sind das 120 bis 200 Euro am Tag.

Die Tagesstätte

Die ertragreichste Form. 20 bis 35 Euro je Hund und Tag, bei acht bis zwölf Hunden gleichzeitig.

Das sind 160 bis 420 Euro am Tag, bei fünf Tagen die Woche 3.200 bis 8.400 Euro im Monat.

Voraussetzung sind entsprechende Räume und die passende Erlaubnis – das ist eine andere Investition als der Gassiservice, aber es ist der Weg, auf dem dieser Beruf ein Vollerwerb wird.

Die Saison

Ferienzeiten sind ausgebucht, Weihnachten und Ostern ebenso. Dazwischen tragen die festen Gassigänge und die Tagesbetreuung.

Anders als in vielen Berufen dieser Reihe ist das kein Problem, sondern eine Chance: In den Spitzen kann man Preise durchsetzen, weil die Nachfrage das Angebot übersteigt.

Der realistische Monatsumsatz

Erstes Jahr, überwiegend Gassiservice: 600 bis 1.500 Euro. Zweites bis drittes Jahr mit Urlaubsbetreuung: 2.000 bis 4.000 Euro. Mit Tagesstätte: 3.500 bis 8.000 Euro.

Die Kosten sind gering: Fahrzeug 250 bis 450 Euro, Versicherung 20 bis 45 Euro, Futter und Material bei eigener Betreuung 100 bis 400 Euro.

Bei 3.500 Euro Umsatz bleiben rund 2.800 Euro Gewinn vor Steuern, netto etwa 1.800 bis 2.100 Euro.

Woran sich etwas drehen lässt

An der Gruppengröße und an der Betreuungsform. Der Weg vom Einzelgassigang zur Gruppe und weiter zur Tagesbetreuung vervielfacht den Stundenertrag, ohne dass mehr Kunden nötig wären.

Quellen

  • Erlaubnispflicht nach § 11 Tierschutzgesetz, Umfang je nach Tätigkeit. gesetze-im-internet.de
  • Ausgaben privater Haushalte, Einkommens- und Verbrauchsstichprobe, Statistisches Bundesamt. destatis.de
  • Beiträge freiwillig Versicherter zur Krankenversicherung (§ 240 SGB V). gesetze-im-internet.de

Wie Betreuungsverträge gestaltet und Stammkunden gewonnen werden, steht im Quick Guide Selbstständig in der Tierbetreuung.

FAQ

Häufige Fragen