Der Nähservice ist mit 800 bis 3.500 Euro arbeitsfähig. Die Spanne erklärt sich fast vollständig durch die Maschinen – und dort entscheidet sich, wie schnell und wie sauber gearbeitet wird.
Die absolute Untergrenze
Eine solide Haushaltsnähmaschine für 300 bis 700 Euro, Bügeleisen mit Dampf, Schneiderpuppe, Scheren, Maßband, Nadeln, Garne in gängigen Farben, gute Beleuchtung.
Dazu Gewerbeanmeldung, Eintragung in die Handwerksrolle, Berufsgenossenschaft, Betriebshaftpflicht.
Zusammen 800 bis 1.400 Euro. Damit lassen sich Änderungen erledigen.
Warum die Overlock den Unterschied macht
Sie versäubert Kanten in einem Arbeitsgang und näht dabei zusammen. Was mit der Haushaltsmaschine drei Schritte braucht, ist einer.
Eine gebrauchte Industrie-Overlock kostet 400 bis 900 Euro, eine neue Haushaltsvariante 250 bis 500.
Bei Jersey, Sportbekleidung und allem Elastischen ist sie nicht Komfort, sondern Voraussetzung – ohne sie sieht die Naht nicht aus wie gekauft, und genau das erwarten Kunden.
Die Industriemaschine
Eine gebrauchte Industrienähmaschine kostet 600 bis 1.500 Euro. Sie näht schneller, kraftvoller und bewältigt Leder, Jeans und mehrlagige Stoffe, an denen eine Haushaltsmaschine scheitert.
Wer regelmäßig Hosen kürzt oder Polsterarbeiten annimmt, hat sie in wenigen Monaten wieder eingespielt.
Der Arbeitsplatz
Ein stabiler Tisch in richtiger Höhe, ein guter Stuhl, blendfreies Licht. Das klingt nebensächlich und entscheidet, wie lange man am Stück arbeiten kann.
Ein Ladenlokal braucht es nicht. Änderungen werden gebracht und abgeholt – ein Raum in der Wohnung genügt, solange der Zugang geregelt ist.
Wo Sparen sich rächt
Beim Licht. Dunkle Stoffe, feine Nähte, Fadenreste – wer sie nicht sieht, arbeitet zweimal. Eine ordentliche Arbeitsplatzleuchte kostet 80 Euro und ist der billigste Produktivitätsgewinn.
Und beim Bügeleisen. Ein Dampfbügelsystem für 200 bis 400 Euro macht den Unterschied zwischen einer Änderung, die nach Änderung aussieht, und einer, die nicht auffällt.
Wo Sparen sinnvoll ist
Bei den Maschinen selbst – gebraucht statt neu. Industrienähmaschinen laufen Jahrzehnte und sind reparierbar. Eine gebrauchte Profimaschine ist besser als eine neue aus dem Kaufhaus.
Und beim Materiallager: Garne in den zwölf gängigen Farben genügen, Reißverschlüsse werden nach Bedarf besorgt.
Quellen
- Schneiderhandwerk als zulassungsfreies Handwerk (§ 18 HwO). gesetze-im-internet.de
- Sofortabzug geringwertiger Wirtschaftsgüter (§ 6 Abs. 2 EStG). gesetze-im-internet.de
- Gewerbeanmeldung (§ 14 GewO). gesetze-im-internet.de
Wie Preise kalkuliert und Kunden gewonnen werden, steht im Quick Guide Selbstständig mit Nähservice.