Der Nähservice gehört zu den günstigen Selbstständigkeiten – vorausgesetzt, du rüstest mit Verstand aus und kaufst nicht gleich eine Industrie-Werkstatt, die du nicht auslastest. Was wirklich nötig ist:
Die Maschine
Das Herzstück. Eine robuste Haushaltsnähmaschine im oberen Bereich reicht für den Anfang; wer viel und dickes Material näht, fährt mit einer gebrauchten Industriemaschine langfristig besser. Eine Overlock für saubere Kanten ist sinnvoll, aber kein Startzwang. Gebraucht bekommt man solide Technik für überschaubares Geld – hier zu sparen lohnt sich, ohne am falschen Ende zu sparen.
Werkzeug und Arbeitsplatz
Gute Scheren, Garne in den gängigen Farben, Reißverschlüsse als Grundbestand, Stecknadeln, Bügeleisen, ein Maßband – Kleinkram, der sich summiert, aber nicht ruiniert. Als Arbeitsplatz genügt zu Beginn ein gut beleuchteter Tisch zu Hause. Ein Ladenlokal mit Laufkundschaft ist eine spätere Option, kein Muss zum Start.
Anmeldung und Absicherung
Dazu kommen die Gebühren für Gewerbeanmeldung und Handwerkskammer sowie die Betriebshaftpflicht – Posten im überschaubaren Bereich. Unterm Strich kannst du risikoarm von zu Hause starten und erst investieren, wenn die Aufträge da sind. Wie du dich vernünftig und ohne Überausstattung arbeitsfähig machst, listet der Quick Guide „Selbstständig im Nähservice" im Detail auf.
Quellen
- Steuerliche Erfassung beim Finanzamt über den Fragebogen (ELSTER); die Umsatzsteuer lässt sich anfangs über die Kleinunternehmerregelung (§ 19 UStG) vermeiden. Eine Berufs-/Betriebshaftpflicht ist dringend zu empfehlen. selbststaendig.de
- Ablauf: Gewerbeanmeldung beim Gewerbeamt und Eintragung bei der Handwerkskammer (Verzeichnis der zulassungsfreien Handwerke bzw. handwerksähnlichen Gewerbe, „Handwerkskarte"). Die Tätigkeit ist dabei möglichst exakt anzugeben. selbstaendig-im-handwerk.de
Wer breiter vergleichen will: Die Übersicht der 24 Berufe stellt Startkosten, Verdienst und Aufwand nebeneinander.