Grundlagen Stand: August 2026 · 4 Min. Lesezeit

Was der Start eines Gartenservice kostet
Geräte, Anhänger, Entsorgung – und was im ersten Winter fehlt

Die Geräte sind der kleinere Teil. Teurer wird, was den Grünschnitt wegbringt.

Ein Gartenservice ist mit 1.500 bis 5.000 Euro arbeitsfähig. Die Spanne erklärt sich durch zwei Entscheidungen: Akku oder Benzin, und wie der Grünschnitt wegkommt.

Die absolute Untergrenze

Rasenmäher, Freischneider, Heckenschere, Laubbläser, Handwerkzeug, Schutzausrüstung. Mit gebrauchten Benzingeräten liegt man bei 900 bis 1.600 Euro.

Dazu Gewerbeanmeldung, Berufsgenossenschaft und Betriebshaftpflicht.

Akku oder Benzin

Ein Akkusatz derselben Leistungsklasse kostet 2.000 bis 4.000 Euro – deutlich mehr. Er rechnet sich trotzdem, und zwar aus drei Gründen.

Kein Kraftstoff, kaum Wartung, keine Vergaserprobleme nach der Winterpause. Über drei Jahre gleicht das den Aufpreis weitgehend aus.

Wichtiger ist der zweite Grund: In Wohngebieten mit engen Ruhezeiten darf man früher anfangen und länger arbeiten. Das sind bezahlte Stunden, die mit Benzingeräten wegfallen.

Und der dritte: Kunden empfinden leises Arbeiten als angenehm. Bei Wohnanlagen ist das ein Vergabekriterium.

Der Posten, den viele übersehen

Der Abtransport. Grünschnitt fällt bei jedem Auftrag an, und ohne Anhänger endet der Arbeitstag nach dem zweiten Kunden.

Ein gebrauchter Anhänger kostet 600 bis 1.500 Euro. Dazu die Entsorgungsgebühren am Wertstoffhof, die je Kubikmeter berechnet werden und über das Jahr einen dreistelligen bis vierstelligen Betrag ausmachen.

Wer gewerbsmäßig Grünschnitt befördert, zeigt das bei der zuständigen Behörde an – eine einmalige Anzeige, kein Genehmigungsverfahren.

Was im ersten Winter fehlt

Einnahmen. Von November bis März ruht die Gartenarbeit weitgehend, während Versicherung, Fahrzeug und Lebenshaltung weiterlaufen.

Wer im Frühjahr startet, hat bis dahin sieben Monate Zeit, eine Rücklage aufzubauen. Wer im Herbst startet, braucht sie vorher.

Die übliche Antwort ist der Winterdienst bei denselben Kunden. Er verlangt aber Streugut, gegebenenfalls eine Räumschild-Ausrüstung und eine erweiterte Haftpflicht – nochmals 500 bis 2.000 Euro.

Wo Sparen sinnvoll ist

Beim Alter der Geräte, nicht bei ihrer Klasse. Ein gebrauchtes Profigerät ist besser als ein neues aus dem Baumarkt – es hält länger und lässt sich reparieren.

Wo Sparen teurer wird

Bei der Schutzausrüstung. Schnittschutzhose, Gehörschutz, Schutzbrille, Sicherheitsschuhe. Ein Freischneider schleudert Steine, eine Heckenschere verzeiht keinen Moment Unachtsamkeit.

Und bei der Haftpflicht: Ein geschleuderter Stein in einer Fensterscheibe oder in einem Fahrzeuglack ist der typische Schaden dieses Berufs.

Quellen

Wie Jahresverträge kalkuliert und Wohnanlagen gewonnen werden, steht im Quick Guide Selbstständig mit Gartenservice.

FAQ

Häufige Fragen