Grundlagen Stand: August 2026 · 4 Min. Lesezeit

Was der Start als Social-Media-Betreuer kostet
Rechner, Software, Bildlizenzen – und was man nicht braucht

Die Technik ist billig. Teuer ist, dass niemand einen Betreuer ohne Referenzen bucht.

Social-Media-Betreuung braucht kaum Ausrüstung. Der begrenzende Faktor ist ein anderer: Kunden buchen niemanden, der nichts vorzeigen kann.

Was tatsächlich nötig ist

Ein Rechner, der Bildbearbeitung und Videoschnitt bewältigt: 800 bis 2.000 Euro, wenn nichts Passendes vorhanden ist. Ein Smartphone mit brauchbarer Kamera – meist ohnehin da.

Dazu Gewerbeanmeldung und Vermögensschadenhaftpflicht mit Einschluss von Urheberrechtsverletzungen: 300 bis 700 Euro im Jahr.

Diese Police ist bei diesem Beruf keine Option. Der typische Schaden ist eine Abmahnung wegen eines Bildes ohne Lizenz – und dafür kommt eine gewöhnliche Betriebshaftpflicht nicht auf.

Die laufende Software

Ein Gestaltungswerkzeug für Beiträge: kostenlos bis 150 Euro im Jahr in der gewerblichen Version. Wichtig ist die gewerbliche Lizenz – kostenlose Varianten sind für kommerzielle Nutzung oft nicht zulässig.

Ein Planungswerkzeug zum Vorterminieren von Beiträgen: 100 bis 400 Euro im Jahr. Es spart täglich Zeit und ist ab dem dritten Kunden nicht mehr wegzudenken.

Bildlizenzen: 150 bis 500 Euro im Jahr für ein Abonnement, oder Einzelkauf nach Bedarf.

Der teuerste Posten steht nirgends in der Rechnung

Die Zeit bis zu den ersten Referenzen. Kunden entscheiden nach dem, was sie sehen – und am Anfang gibt es nichts zu sehen.

Die üblichen Wege: einen eigenen Kanal aufbauen, für einen Verein oder ein Kleinunternehmen kostenlos oder günstig arbeiten, oder mit einem stark reduzierten Einstiegspreis den ersten zahlenden Kunden gewinnen.

Drei bis sechs Monate ohne nennenswerten Umsatz sind normal. Das ist der Grund, warum dieser Beruf sich besonders für den nebenberuflichen Start eignet.

Was man nicht braucht

Ein Büro. Ein teures Kamera-Set. Eine eigene Website mit aufwendigem Aufbau – die Profile selbst sind das Portfolio.

Und Zertifikate von Anbietern. Sie kosten Zeit und Geld und werden von Kunden praktisch nie gefragt. Gefragt wird nach Beispielen.

Wo Sparen teurer wird

Bei den Bildlizenzen. Ein Bild aus einer Suchmaschine kostet nichts und im Abmahnfall vierstellig – zuzüglich des Schadens beim Kunden, dessen Vertrauen weg ist.

Die Lizenzen gehören archiviert, mit Datum und Umfang. Im Streitfall zählt, was man vorlegen kann.

Quellen

Wie die ersten Referenzen entstehen und Pakete kalkuliert werden, steht im Quick Guide Selbstständig im Social-Media-Bereich.

FAQ

Häufige Fragen