Grundlagen Stand: August 2026 · 4 Min. Lesezeit

Was ein Reinigungsservice wirklich verdient
Objektpreise, Zeitaufwand und die Rechnung mit Personal

18 bis 32 Euro die Stunde klingen wenig. Die Rechnung geht trotzdem auf – aus zwei Gründen.

Der Reinigungsservice verdient je Stunde weniger als die meisten anderen Wege dieser Reihe. Er gleicht das durch zwei Eigenschaften aus: gleichmäßige Auslastung über zwölf Monate und die Möglichkeit, mit Personal zu wachsen.

Was üblich ist

Bei Privathaushalten liegen die Sätze bei 18 bis 28 Euro je Stunde. Bei Gewerbeobjekten und Hausverwaltungen bei 22 bis 32 Euro, dort meist als Objektpreis statt nach Stunden.

Ein Treppenhaus mit fünf Etagen wird üblicherweise mit 45 bis 90 Euro je Durchgang abgerechnet, je nach Größe und Zustand. Bei wöchentlicher Reinigung sind das 190 bis 390 Euro im Monat aus einem einzigen Objekt.

Wie lange es tatsächlich dauert

Das ist die Zahl, die über den Ertrag entscheidet. Ein Fünf-Etagen-Treppenhaus mit Profigerät: 60 bis 90 Minuten. Mit Eimer und Lappen: das Doppelte.

Bei 70 Euro Objektpreis bedeutet das 47 bis 70 Euro Stundenertrag – oder 23 bis 35. Derselbe Auftrag, dieselbe Qualität.

Deshalb ist gutes Gerät in diesem Beruf keine Bequemlichkeit, sondern der Hebel.

Der realistische Monatsumsatz

Allein arbeitend, mit acht bis zwölf Objekten im Turnus: 2.200 bis 3.800 Euro. Das entspricht etwa 100 bis 130 abrechenbaren Stunden im Monat.

Mehr geht allein nicht – die Fahrzeiten zwischen den Objekten kosten, und sie werden nicht bezahlt.

Was abgeht

  • Fahrzeug und Kraftstoff: 250 bis 500 Euro
  • Verbrauchsmaterial und Mittel: 80 bis 200 Euro
  • Ersatz von Geräten und Bezügen: 50 bis 120 Euro
  • Versicherung, Berufsgenossenschaft, Buchhaltung: 80 bis 150 Euro

Zusammen 460 bis 970 Euro im Monat. Bei 3.000 Euro Umsatz bleiben rund 2.200 Euro Gewinn vor Steuern, netto etwa 1.400 bis 1.700 Euro.

Die Rechnung mit Personal

Hier ändert sich der Charakter des Geschäfts. Eine Kraft, die 25 Euro je Stunde erwirtschaftet und – einschließlich aller Nebenkosten – 17 bis 19 Euro kostet, bringt 6 bis 8 Euro Rohertrag je Stunde.

Das klingt schmal und summiert sich: Bei drei Kräften mit je 120 Stunden monatlich sind das 2.100 bis 2.900 Euro zusätzlich – ohne dass man selbst putzt.

Der Preis dafür ist Verwaltung: Lohnabrechnung, Vertretung bei Krankheit, Kontrolle der Qualität. Das ist ein anderer Beruf als selbst zu reinigen.

Woran sich etwas drehen lässt

An der Dichte der Objekte. Fünf Aufträge in einem Viertel sind mehr wert als acht über die Stadt verteilt – die eingesparte Fahrzeit ist reiner Gewinn.

Und an den Zusatzleistungen: Grundreinigung, Fensterreinigung, Bauendreinigung bringen das Anderthalb- bis Zweifache des Unterhaltssatzes und werden von denselben Kunden beauftragt.

Quellen

  • Allgemeinverbindliche Branchenmindestlöhne im Gebäudereinigerhandwerk (AEntG). gesetze-im-internet.de
  • Beiträge freiwillig Versicherter zur Krankenversicherung (§ 240 SGB V). gesetze-im-internet.de
  • Verdienststatistiken nach Branchen, Statistisches Bundesamt. destatis.de

Wie Objekte kalkuliert und Hausverwaltungen gewonnen werden, steht im Quick Guide Selbstständig mit Reinigungsservice.

FAQ

Häufige Fragen