Grundlagen Stand: August 2026 · 4 Min. Lesezeit

Was ein Umzugsservice wirklich verdient
Stundensätze, Festpreise und die Rechnung mit Helfern

Ein Umzug bringt vierstellig. Nach Helfern und Fahrzeug bleibt weniger, als es aussieht.

Der Umzugsservice hat gute Tagessätze und eine Kostenstruktur, die sie schnell auffrisst. Wer die Helferkosten falsch ansetzt, arbeitet für nichts.

Was üblich ist

Als reine Helfergestellung: 35 bis 55 Euro je Helferstunde, mit Mindestabnahme von drei bis vier Stunden.

Mit Fahrzeug und zwei Mann: 75 bis 120 Euro je Stunde, oder als Festpreis. Eine Zwei-Zimmer-Wohnung liegt bei 600 bis 1.200 Euro, vier Zimmer bei 1.500 bis 3.000.

Zuschläge sind üblich für Etagen ohne Aufzug, für Klaviere und Tresore, für Wochenenden und für Halteverbotszonen.

Zusatzleistungen bringen Marge ohne viel Aufwand: Möbelmontage 45 bis 75 Euro je Stunde, Verpackungsservice, Verkauf von Kartons und Material.

Die Rechnung mit Helfern

Das ist der Punkt, an dem sich entscheidet, ob der Beruf trägt.

Ein Helfer, der 45 Euro je Stunde erwirtschaftet, kostet einschließlich Sozialabgaben, Berufsgenossenschaft und Ausfallzeiten 17 bis 22 Euro. Bleiben 23 bis 28 Euro Rohertrag je Helferstunde.

Bei einem Umzug mit zwei Helfern über acht Stunden sind das 368 bis 448 Euro Rohertrag – davon gehen Fahrzeug, Kraftstoff, Versicherung und die eigene Arbeitszeit ab.

Wer Helfer schwarz beschäftigt, rechnet mit 12 Euro und hält den Beruf für lukrativer, als er ist. Bei einer Zollkontrolle endet diese Rechnung.

Wie viele Aufträge zusammenkommen

Ein Umzug dauert einen halben bis ganzen Tag. Realistisch sind 8 bis 15 Aufträge im Monat, in der Hochsaison von April bis September mehr.

Die Saison ist ausgeprägt: Sommer und Monatsenden sind voll, Januar und Februar dünn. Wer nur die Sommerzahlen rechnet, plant falsch.

Der realistische Monatsumsatz

Erstes Jahr, als Helfergestellung: 1.800 bis 3.500 Euro. Mit Fahrzeug und festem Auftragsfluss: 6.000 bis 14.000 Euro.

Davon gehen ab: Helferlöhne 30 bis 40 Prozent des Umsatzes, Fahrzeug 700 bis 1.400 Euro, Material, Versicherungen und Verwaltung 300 bis 600 Euro.

Was am Ende bleibt

Bei 9.000 Euro Umsatz mit zwei Helfern bleiben rund 3.200 bis 4.200 Euro Gewinn vor Steuern, netto etwa 2.100 bis 2.600 Euro.

Das ist ordentlich für einen Beruf ohne Ausbildung – und es ist deutlich weniger als die Rechnung, die viele im Kopf haben, wenn sie den Auftragswert sehen.

Woran sich etwas drehen lässt

An den Firmenkunden. Büroumzüge werden Wochen im Voraus geplant, per Rechnung bezahlt und selten verhandelt. Ein Auftrag mit vier Leuten über zwei Tage entspricht mehreren Privatumzügen.

Und an den Zusatzleistungen: Möbelmontage, Entrümpelung des Restbestands und Materialverkauf laufen beim selben Kunden mit.

Quellen

Wie Festpreise kalkuliert und Firmenkunden gewonnen werden, steht im Quick Guide Selbstständig als Umzugshelfer.

FAQ

Häufige Fragen