Zu dieser Frage kursieren viele Zahlen, und die meisten sind Umsatzzahlen. Umsatz ist aber nicht das, was am Monatsende übrig bleibt. Deshalb hier beide Seiten: was hereinkommt und was davon bleibt.
Der Stundensatz
Die Spanne reicht von 28 bis 55 Euro netto. Wo du darin landest, hängt an drei Dingen:
- Region. In Ballungsräumen liegen die Sätze deutlich höher als im ländlichen Raum. Zwischen München und der Uckermark liegen leicht 15 Euro.
- Kundenart. Privatkunden zahlen meist 28 bis 38 Euro. Hausverwaltungen und Wohnungsgesellschaften liegen bei 35 bis 50 Euro, zahlen dafür pünktlich und buchen wiederkehrend.
- Leistungsspektrum. Wer nur Grünanlagen pflegt, bekommt weniger als jemand, der auch Kleinreparaturen, Winterdienst und Objektbetreuung übernimmt.
Wichtig: Das ist der Preis, den du berechnest – nicht das, was du verdienst.
Wie viele Stunden tatsächlich abrechenbar sind
Hier liegt der Fehler, an dem die meisten Rechnungen scheitern. Ein Vollzeitmonat hat rund 160 Arbeitsstunden. Abrechenbar sind davon selten mehr als 100 bis 120.
Der Rest geht drauf für: Fahrten zwischen den Objekten, Angebote schreiben, Materialbeschaffung, Buchhaltung, Telefonate, Akquise und die Zeit, in der schlicht kein Auftrag da ist.
Wer mit 160 Stunden kalkuliert, rechnet sich um ein Drittel zu billig – und wundert sich, warum bei guter Auslastung nichts übrig bleibt.
Realistischer Monatsumsatz
Erstes Jahr: 1.500 bis 3.000 Euro. Die Spanne ist groß, weil alles davon abhängt, wie schnell die ersten Stammkunden kommen. Wer im ersten Quartal zwei Hausverwaltungen gewinnt, ist am oberen Ende. Wer nur auf Privatanfragen wartet, am unteren.
Zweites Jahr: 2.500 bis 4.500 Euro. Die Weiterempfehlungen setzen ein, erste Verträge laufen.
Ab dem dritten Jahr: 4.000 bis 6.000 Euro bei Vollzeit und gutem lokalem Netzwerk. Darüber geht es nur mit Mitarbeitern – und das ist eine andere Rechnung.
Diese Zahlen gelten für einen Einzelunternehmer ohne Personal, der Vollzeit arbeitet.
Was vom Umsatz abgeht
Die laufenden Betriebskosten eines Hausmeisterservice sind überschaubar, aber sie summieren sich:
- Fahrzeug: Abschreibung oder Leasing, Kraftstoff, Versicherung, Wartung – je nach Fahrzeug 350 bis 700 Euro monatlich
- Betriebshaftpflicht: 150 bis 400 Euro im Jahr
- Werkzeugverschleiß und Ersatzbeschaffung: 50 bis 150 Euro monatlich
- Arbeitskleidung, Telefon, Software, Steuerberater, Kammerbeitrag: zusammen 100 bis 250 Euro monatlich
Als Faustregel bleiben nach Betriebskosten und vor Steuern 60 bis 75 Prozent des Umsatzes. Bei 4.000 Euro Umsatz sind das 2.400 bis 3.000 Euro Gewinn.
Was am Ende übrig bleibt
Vom Gewinn gehen ab: Einkommensteuer, Kranken- und Pflegeversicherung, Altersvorsorge.
Ein Rechenbeispiel bei 3.000 Euro monatlichem Gewinn, also 36.000 Euro im Jahr:
- Einkommensteuer: je nach Familienstand rund 5.000 bis 7.000 Euro im Jahr
- Krankenversicherung freiwillig gesetzlich: rund 6.500 bis 7.500 Euro im Jahr
- Altersvorsorge, wenn man sie ernst nimmt: 3.000 bis 4.000 Euro im Jahr
Bleiben rund 18.000 bis 21.000 Euro, also 1.500 bis 1.750 Euro im Monat zum Leben. Das entspricht ungefähr einem Bruttogehalt von 2.800 bis 3.200 Euro als Angestellter.
Das ist die Zahl, die niemand nennt – und die man kennen sollte, bevor man kündigt.
Woran sich wirklich etwas drehen lässt
Drei Stellschrauben, in der Reihenfolge ihrer Wirkung:
Der Anteil gewerblicher Kunden. Eine Hausverwaltung mit festem Vertrag bringt planbare Stunden ohne Akquiseaufwand. Wer drei davon hat, braucht keine Privatkundenwerbung mehr.
Wiederkehrende Leistungen statt Einzelaufträge. Objektbetreuung, Winterdienst und Grünpflege im Vertrag sind mehr wert als drei einzelne Reparaturaufträge zum gleichen Preis – weil die Anfahrt sich lohnt und die Planung steht.
Der Preis selbst. Fünf Euro mehr pro Stunde bei 110 Stunden im Monat sind 550 Euro Mehrumsatz – bei unveränderten Kosten fast vollständig Gewinn. Das ist mehr, als jede Effizienzsteigerung bringt.
Die ehrliche Einordnung
Ein Hausmeisterservice macht niemanden reich. Er kann aber verlässlich das tragen, was eine solide Anstellung auch bringt – mit dem Unterschied, dass du bestimmst, für wen du arbeitest und wann.
Wer mit dieser Erwartung startet, wird selten enttäuscht. Wer 8.000 Euro im Monat erwartet, hat die Rechnung nicht gemacht.
Der vollständige Fahrplan – von der Anmeldung über die Kalkulation bis zu den ersten Betreuungsverträgen – steht im Quick Guide Selbstständig als Hausmeister.
Häufige Fragen
Was verdient ein selbstständiger Hausmeister pro Stunde?
Der Stundensatz liegt je nach Region und Leistung zwischen 28 und 55 Euro netto. Privatkunden zahlen meist am unteren Ende, Hausverwaltungen und Gewerbekunden im mittleren bis oberen Bereich. In Ballungsräumen liegen die Sätze deutlich über denen im ländlichen Raum.
Wie hoch ist der Monatsumsatz eines Hausmeisterservice?
Im ersten Jahr sind 1.500 bis 3.000 Euro realistisch, abhängig davon wie schnell erste Stammkunden gewonnen werden. Ab dem dritten Jahr mit festen Verträgen sind 4.000 bis 6.000 Euro erreichbar. Entscheidend ist der Anteil wiederkehrender Aufträge.
Was bleibt vom Umsatz übrig?
Nach Betriebskosten und vor Steuern bleiben typischerweise 60 bis 75 Prozent. Von 4.000 Euro Umsatz sind das rund 2.400 bis 3.000 Euro Gewinn. Davon gehen Einkommensteuer, Kranken- und Pflegeversicherung sowie Altersvorsorge ab.
Wie viele Stunden kann ich pro Monat abrechnen?
Selten mehr als 100 bis 120 Stunden bei Vollzeit. Der Rest geht für Angebote, Fahrten, Buchhaltung, Materialbeschaffung und Akquise drauf. Wer mit 160 Stunden kalkuliert, kalkuliert sich zu billig.