Der Preis pro Arbeitsstunde – und die Zahl, die über Erfolg oder Dauerstress entscheidet.
Der Stundensatz ist nicht das, was du verdienen willst. Er ist das, was du berechnen musst, um nach allen Kosten und Steuern das zu verdienen, was du brauchst. Das ist der Unterschied, an dem die meisten Einsteiger scheitern.
Fang beim gewünschten Nettoeinkommen an. Rechne Einkommensteuer, Kranken- und Pflegeversicherung sowie Altersvorsorge drauf. Addiere die Betriebskosten: Fahrzeug, Versicherungen, Werkzeug, Telefon, Software, Steuerberater, Kammerbeiträge. Das ergibt den Jahresumsatz, den du erreichen musst.
Hier liegt der entscheidende Fehler. Das Jahr hat rund 2.000 Arbeitsstunden – verrechenbar sind davon selten mehr als 1.200 bis 1.400. Der Rest geht für Angebote, Buchhaltung, Fahrten, Akquise, Weiterbildung, Urlaub und Krankheit drauf. Wer mit 2.000 Stunden kalkuliert, kalkuliert sich um ein Drittel zu billig.
Gewünschtes Netto 2.800 Euro monatlich, also 33.600 Euro im Jahr. Plus Steuern und Sozialabgaben etwa 22.000 Euro, plus Betriebskosten 9.000 Euro ergibt einen nötigen Umsatz von rund 64.600 Euro. Geteilt durch 1.300 verrechenbare Stunden sind das 50 Euro netto pro Stunde. Nicht 30, wie viele beim Start ansetzen.
Die Kalkulation sagt, was du brauchst – der Markt sagt, was durchsetzbar ist. Liegen beide Werte weit auseinander, ist das Geschäftsmodell zu prüfen, nicht der Preis zu senken. Dauerhaft unter Kosten zu arbeiten ist keine Markteinführungsstrategie, sondern der langsame Weg in die Aufgabe.
Bei Bestandskunden mit Vorlauf ankündigen, sachlich begründen, nicht rechtfertigen. Wer drei Jahre denselben Satz nimmt, hat real Einkommen verloren.
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