Auf die Frage nach den Startkosten bekommt man Zahlen zwischen 500 und 20.000 Euro. Beide stimmen – je nachdem, ob man bei null anfängt oder Fahrzeug und Werkzeug bereits im Hof stehen hat.
Die absolute Untergrenze
Wer ein taugliches Fahrzeug und Grundwerkzeug besitzt, kommt so weit herunter:
- Gewerbeanmeldung: 20 bis 60 Euro
- Betriebshaftpflicht, erste Jahresprämie: 150 bis 400 Euro
- Arbeitskleidung und Sicherheitsschuhe: 150 bis 250 Euro
- Visitenkarten und Kleinanzeigen: 50 bis 150 Euro
- Ergänzendes Werkzeug: 200 bis 400 Euro
Zusammen rund 600 bis 1.300 Euro. Das ist keine geschönte Rechnung – mit dieser Ausstattung kann man kleine Objekte betreuen und Kleinreparaturen ausführen.
Die realistische Rechnung
Ohne vorhandenes Fahrzeug sieht es anders aus. Ein gebrauchter Transporter mit vertretbarer Laufleistung liegt bei 6.000 bis 12.000 Euro. Dazu Zulassung, Versicherung und die erste Wartung.
Ordentliches Werkzeug für den vollen Leistungsumfang – Bohrhammer, Akkugeräte, Leiter, Freischneider, Hochdruckreiniger, Handwerkzeug – kostet 1.500 bis 3.000 Euro, wenn man auf Markenqualität setzt statt auf Baumarktangebote.
Damit landet ein vollständiger Start bei 8.000 bis 15.000 Euro.
Der Posten, den fast jeder vergisst
Die eigene Lebenshaltung während der Anlaufzeit. Miete, Lebensmittel, Krankenversicherung und laufende Verträge machen keine Pause, während die ersten Rechnungen noch nicht bezahlt sind.
Realistisch dauert es drei bis sechs Monate, bis regelmäßige Einnahmen die laufenden Kosten decken. Bei 1.800 Euro privatem Bedarf im Monat sind das 5.400 bis 10.800 Euro Reserve.
Das ist der größte Einzelposten der gesamten Gründung – und der, den kaum jemand in seine Rechnung aufnimmt. Wer ihn weglässt, gerät im vierten Monat unter Druck und nimmt dann Aufträge an, die sich nicht rechnen.
Wo man sinnvoll spart
Gebrauchtes Fahrzeug statt Leasing. Ein sechs Jahre alter Transporter mit Servicehistorie tut dasselbe wie ein neuer, bindet aber keine monatliche Rate. Leasing macht die Fixkosten planbar – und eben fix, auch im schwachen Monat.
Werkzeug nach Bedarf. Kaufe, was der erste Auftrag verlangt, nicht was ein Katalog empfiehlt. Ein Hochdruckreiniger, der ein halbes Jahr im Regal steht, ist gebundenes Kapital.
Mieten statt kaufen. Kernbohrgerät, Hebebühne, Gerüst – für einmalige Einsätze mietet man. Der Tagespreis liegt weit unter der Anschaffung.
Website später. Die ersten Aufträge kommen über Hausverwaltungen, Kleinanzeigen und das Google-Unternehmensprofil. Eine Website bestätigt Vertrauen, sie erzeugt es nicht.
Wo Sparen teurer wird
Betriebshaftpflicht. Nicht optional. Ein Wasserschaden bei einem Kunden übersteigt jede eingesparte Prämie um ein Vielfaches.
Werkzeug für die Kernarbeit. Der Akkuschrauber, den du täglich brauchst, darf kein Billiggerät sein. Ausfall beim Kunden kostet Ruf, Zeit und den Folgeauftrag.
Die eigene Reserve. Siehe oben. Wer ohne Puffer startet, verhandelt aus der Schwäche.
Was steuerlich davon zurückkommt
Anschaffungen bis 800 Euro netto sind sofort voll abziehbar. Darüber wird abgeschrieben – ein Transporter über sechs Jahre.
Wichtig: Ausgaben vor der Gewerbeanmeldung sind als vorweggenommene Betriebsausgaben absetzbar, wenn der Zusammenhang klar ist. Belege also von Anfang an sammeln, auch vor dem offiziellen Start.
Wer zur Regelbesteuerung optiert, holt sich bei 12.000 Euro Anschaffung rund 1.900 Euro Vorsteuer zurück. Bei größeren Investitionen ist das ein Argument gegen die Kleinunternehmerregelung.
Der vollständige Fahrplan – von der Anmeldung über die Kalkulation bis zu den ersten Betreuungsverträgen – steht im Quick Guide Selbstständig als Hausmeister.
Häufige Fragen
Was kostet die Gründung eines Hausmeisterservice?
Die absolute Untergrenze liegt bei rund 800 Euro, wenn Fahrzeug und Grundwerkzeug bereits vorhanden sind. Realistisch für einen ordentlichen Start ohne vorhandenes Fahrzeug sind 6.000 bis 12.000 Euro einschließlich gebrauchtem Transporter.
Brauche ich sofort einen Transporter?
Nein. Wer mit kleineren Objekten startet und das Werkzeug in einem Kombi unterbringt, kommt zunächst ohne aus. Sobald Winterdienst, Grünpflege oder Entrümpelung dazukommen, wird ein Transporter unumgänglich.
Welches Werkzeug brauche ich am Anfang wirklich?
Akkuschrauber, Bohrhammer, Handwerkzeugsatz, Leiter, Reinigungsgerät und einen Rasenmäher oder Freischneider, sofern Grünpflege dazugehört. Spezialgerät wird angeschafft, wenn der erste Auftrag es verlangt – nicht vorher.
Welche Kosten werden am häufigsten vergessen?
Die eigene Lebenshaltung in der Anlaufzeit. Miete, Essen und Versicherungen laufen weiter, während die ersten Rechnungen noch nicht bezahlt sind. Drei bis sechs Monatsbudgets als Reserve sind der größte Einzelposten der Gründung.