Die Fähigkeit, laufende Zahlungen zu leisten – der häufigste Grund für das Scheitern trotz voller Auftragsbücher.
Liquidität ist verfügbares Geld zum richtigen Zeitpunkt. Sie ist nicht dasselbe wie Gewinn. Ein Betrieb kann profitabel sein und trotzdem zahlungsunfähig – das ist der klassische Weg, auf dem gut laufende Selbstständigkeiten enden.
Du lieferst im Januar, schreibst die Rechnung Ende Januar, der Kunde zahlt nach 30 Tagen – im besten Fall Ende Februar. Material und Kraftstoff hast du im Januar bezahlt, Miete und Versicherung laufen weiter. Zwischen Leistung und Geldeingang liegen zwei Monate, die du vorfinanzierst.
Bei Wachstum verschärft sich das: Mehr Aufträge bedeuten mehr Vorfinanzierung. Wer schnell wächst, kann an Liquidität scheitern, während die Auftragslage nie besser war.
Das wirksamste einfache System: Geschäftskonto für den laufenden Betrieb, ein Unterkonto für die Umsatzsteuer, ein weiteres für die Einkommensteuer-Rücklage. Nach jedem Zahlungseingang wandern die entsprechenden Anteile sofort weg. Was auf dem Hauptkonto bleibt, ist tatsächlich verfügbar.
Als Faustregel: 30 bis 40 Prozent des Gewinns für Steuern zurücklegen, dazu drei Monatsausgaben als Puffer. Wer im ersten Jahr keine Vorauszahlungen leistet, bekommt im zweiten Jahr die Nachzahlung für das erste plus die Vorauszahlungen für das zweite – beides gleichzeitig. Das ist der Moment, in dem es ohne Rücklage eng wird.
Kurz halten, sofort mahnen. Ein Zahlungsziel von 14 Tagen ist üblich und durchsetzbar. Bei größeren Aufträgen sind Anzahlung und Abschlagszahlungen normal – nicht unhöflich, sondern kaufmännisch.
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