Der große Vorteil der Kurzzeitvermietung: Das teuerste Wirtschaftsgut, die Immobilie, besitzt du bereits. Trotzdem ist der Start nicht kostenlos, und wer die kleineren Posten unterschätzt, rechnet sich die ersten Monate schön.
Die Ausstattung
Eine Wohnung, in der Fremde für Geld übernachten, muss vollständig und ordentlich ausgestattet sein. Möblierung, eine funktionierende Küche mit Grundausstattung, ordentliche Betten, Bettwäsche und Handtücher in mehrfacher Ausführung, WLAN, ein paar Extras wie Kaffeemaschine und Föhn – das summiert sich. Je nach Zustand der Wohnung reicht die Spanne von wenigen hundert bis zu einigen tausend Euro. Sparen an der falschen Stelle rächt sich sofort in den Bewertungen, und schlechte Bewertungen kosten mehr Geld, als jede eingesparte Anschaffung bringt.
Die laufenden Startkosten
Zwei Posten unterschätzen fast alle. Erstens die Reinigung: Jeder Gästewechsel verlangt eine gründliche Reinigung samt frischer Wäsche – entweder deine Zeit oder das Honorar einer Reinigungskraft. Zweitens gute Fotos: Auf Airbnb wird nach Bildern gebucht, und professionelle Fotos amortisieren sich fast immer über eine bessere Auslastung. Dazu kommen die Plattformgebühren, die bei jeder Buchung abgehen und die du in deinen Preis einkalkulieren musst.
Die Posten, an die niemand denkt
Deine normale Hausratversicherung deckt die gewerbliche Vermietung in der Regel nicht – du brauchst einen passenden Versicherungsschutz für Schäden durch Gäste und für Haftungsfälle. Je nach Kommune fallen Gebühren für die Genehmigung und die Registrierung an. Und falls deine Stadt eine Übernachtungs- oder Bettensteuer erhebt, musst du auch die einplanen und abführen.
Die ehrliche Einordnung
Unterm Strich ist der Kapitaleinsatz überschaubar, solange die Wohnung schon dir gehört – meist ein paar tausend Euro für Ausstattung und Vorbereitung. Der eigentliche Einsatz ist nicht das Geld, sondern die laufende Zeit für Betrieb und Reinigung. Wer das von Anfang an einpreist, statt es als Nebensache abzutun, hat eine realistische Kalkulation – und keine böse Überraschung nach dem dritten Gästewechsel.
Den kompletten Weg in diesen Beruf beschreibt der Quick Guide „Selbstständig als Airbnb-Vermieter" Schritt für Schritt.
Quellen
- Registrierungs- und Meldepflichten für Kurzzeitvermietungen regelt die Verordnung (EU) 2024/1028 über die Erhebung und den Austausch von Daten für kurzfristige Vermietungen. eur-lex.europa.eu
- Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung sind einkommensteuerpflichtig (§ 21 EStG). gesetze-im-internet.de
- Ob eine Kurzzeitvermietung genehmigungspflichtig ist, richtet sich nach dem Zweckentfremdungsrecht der jeweiligen Kommune; verbindliche Auskunft erteilt das örtliche Bezirks- oder Ordnungsamt.
Einen Überblick, was es sonst noch gibt, liefert die Berufsübersicht mit allen 24 Berufen.