Der Weg vom Kostenblock zum Preis – rückwärts gerechnet, nicht geraten.
Kalkulieren heißt, den Preis aus den Kosten abzuleiten statt aus dem Bauchgefühl oder dem, was der Wettbewerb aufruft. Wer das nicht tut, erfährt erst nach einem Jahr, ob es gereicht hat.
Einzelkosten sind direkt zurechenbar: Material, Fremdleistungen, Arbeitszeit für den konkreten Auftrag. Gemeinkosten laufen unabhängig: Versicherungen, Fahrzeug, Telefon, Software, Buchhaltung, Weiterbildung.
Die Gemeinkosten werden über einen Zuschlagssatz auf die Einzelkosten verteilt. Dazu kommt der Gewinnaufschlag – und der ist kein Extra, sondern das, wovon du lebst.
Gemeinkosten eines Jahres geteilt durch die Summe der Einzelkosten ergibt den Prozentsatz. Bei 12.000 Euro Gemeinkosten und 40.000 Euro Einzelkosten sind das 30 Prozent, die auf jeden Auftrag aufzuschlagen sind, bevor überhaupt Gewinn entsteht.
Material zum Einkaufspreis weiterzugeben ist ein verbreiteter Fehler. Beschaffung, Transport, Lagerung, Vorfinanzierung und Gewährleistung kosten Zeit und Geld. Ein Aufschlag von 10 bis 25 Prozent ist branchenüblich und gerechtfertigt.
Pauschalpreise sind für den Kunden attraktiv und für dich riskant – jede Fehleinschätzung geht zu deinen Lasten. Sinnvoll sind sie nur bei Leistungen, die du oft genug gemacht hast, um den Aufwand zu kennen. Bei Unbekanntem nach Aufwand abrechnen, mit Kostenobergrenze.
Nach jedem größeren Auftrag prüfen, ob die kalkulierte Zeit gestimmt hat. Erst diese Rückkopplung macht die nächste Kalkulation besser – sie ist der Schritt, den fast niemand macht.
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