Recht

Werkvertrag und Dienstvertrag

Schuldest du ein Ergebnis oder nur die Tätigkeit? Der Unterschied entscheidet über Haftung und Bezahlung.

Beim Werkvertrag schuldest du einen bestimmten Erfolg. Beim Dienstvertrag schuldest du das sorgfältige Tätigwerden, nicht das Ergebnis. Der Unterschied ist praktisch bedeutsamer, als er klingt.

Werkvertrag

Der Klassiker im Handwerk: eine Reparatur, ein Einbau, eine Herstellung. Bezahlt wird nach Abnahme. Ist das Werk mangelhaft, greift die Gewährleistung – du musst nachbessern, bevor du Geld verlangen kannst.

Die Abnahme ist der zentrale Moment: Mit ihr wird die Vergütung fällig, beginnt die Gewährleistungsfrist und geht die Gefahr auf den Kunden über. Sie sollte dokumentiert werden, mindestens per E-Mail.

Dienstvertrag

Beratung, Schulung, laufende Betreuung, Pflege. Bezahlt wird die Zeit, nicht das Ergebnis. Keine Abnahme, keine Gewährleistung im Sinne des Werkvertragsrechts. Ein Berater schuldet gute Beratung, nicht den Geschäftserfolg des Kunden.

Die Abgrenzung in der Praxis

Ein Hausmeistervertrag über laufende Objektbetreuung ist meist Dienstvertrag. Die einzelne beauftragte Reparatur daneben ist Werkvertrag. Beides kann nebeneinander bestehen – dann sollte im Vertrag stehen, was worunter fällt.

Warum es zählt

Bei einer laufenden Betreuung nach Dienstvertrag bekommst du dein Geld für geleistete Stunden, auch wenn das Ergebnis den Kunden nicht zufriedenstellt. Beim Werkvertrag hängt alles an der mangelfreien Leistung. Wer regelmäßig Betreuungsleistungen erbringt, sollte das im Vertrag klar als Dienstleistung fassen.

Formulierung

Nicht die Überschrift entscheidet, sondern der Inhalt. Ein Papier mit „Dienstvertrag" im Titel, das einen konkreten Erfolg beschreibt, ist ein Werkvertrag.

Angaben ohne Gewähr, keine Steuer- oder Rechtsberatung.

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